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Absetzung von Mozart Oper in Berlin

 
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tatwanasi
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BeitragVerfasst am: 26.09.2006 11:58    Titel: Absetzung von Mozart Oper in Berlin Antworten mit Zitat

Hallöle!

Ich hatte soebend eine sehr angeregte Diskussion über ein sehr heikles Thema wie ich finde. Die Deutsche Oper Berlin hat sich nämlich entschlossen die Mozart-Oper Idomeneo abzusetzen. Grund dafür ist die Angst vor möglichen islamistischen Angriffen.

Da sicherlich die wenigsten von euch auf Anhieb wissen worin es in dieser Oper geht habe will ich das mal kurz umreißen. Die vollständige Nachrichtenquelle gibts Hier!

Bei der 1781 uraufgeführten Mozart-Oper geht es um den Widerstand der Menschen gegen Opfergaben an die Götter. In diesem 3h Stück gibt es eine Szene die als potentiell gefährdend angesehen wird. Bei der Inszenierung zieht der Titelheld die abgeschlagenen Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und Mohammed aus einem blutigen Beutel.

Laut Polizei gab es weder eine Beschwerde noch eine konkrete Drohung, allerdings wurde aufgrund einer sog. Gefahrenanalyse das Stück abgesetzt um die Verärgerung von Moslems zu vermeiden.

Vom Regisseur Hans Neuenfels hätte ich dazu noch folgendes Zitat: "Dann hätte man erst recht spielen und den Vorgang thematisieren und diskursiv einbetten sollen. Dafür ist in unserem Kulturverständnis das Theater da".


Sooooo. Wenn wir das ganze jetzt mal zerpflücken und schauen was uns da serviert wird geht mir folgendes durch den Kopf. Es ist natürlich ein beliebtes Mittel von den Medien und der Politik eine gewisse Grundangst zu schüren. Doch in diesem Fall bezieht sich das ja auf den "normalerweise" eigenständigen Bereich der Kunst/Kultur. Gewiss gibt es in der Geschichte der Menschheit genug Beispiele in denen Texte oder Musik instrumentalisiert werden um z.B. ein gewisses Regime propagandistisch zu unterstützens. ABER es darf doch nicht soweit gehen das man auf jede einzelne Meinung Rücksicht nimmt ... oder wie denkt ihr darüber??
In unserer Stadt gibt es tag täglich ein so umfangreiches Kulturangebot, das es unmöglich ist das richtig zu überblicken. Durch die Vermischung der verschiedenen Nationalitäten entsteht ja auch ein einmaliges Mulitkulti-Klima und es entstehen interessante neue Mischungen aus schon bekanntem. Das nicht jedem alles gefällt ist dabei nur verständlich, doch es gibt mit Sicherheit für jeden das passende Angebot.
In anbetracht dessen was auf manchen Bühnen so dargeboten wird (sowohl qualitativ als auch inhaltlich), kann es einem schonmal die Haare zu Berge stehen lassen - auf der anderen Seite wird jetzt aber eine 3 Stunden lange Oper von Mozart abgesetzt (und man bedenke wieviel Arbeit von jedem einzelnen Darsteller dort drin steckt).

In meinen Augen besitzt ein Theater, genauso wie jede andere Bühne auch eine gewisse Immunität. JEDER der auf einer Bühne steht und etwas darbietet, der weiß wieso er das macht. JEDER der das macht hat ein inneres Bedürfnis kulturell aktiv zu sein. NIEMAND wird das lange durchhalten wenn er nicht zu dem steht was er da tut.
Zwei ganz wichtige Worte fallen mir in diesem Zusammenhang ein Arrow Respekt und Toleranz
Weil: nicht jeder hat die gleichen Fähigkeiten/Talente, nicht jeder hat die gleichen Interessen/Neigungen. Es findet sich aber mit Sicherheit immer jemand der mit dir resoniert. Wenn du etwas zu sagen hast gibt es jemanden der dir zuhört! Es ist jedem freigestellt zuzuhören, das zu interpretieren und sich seine eigene Meinung zu bilden. Darüber sinnentfremdet zu urteilen steht wohl niemandem zu!

Warum aber ist hier mit Toleranz nicht viel zu erreichen? Die Rivalität zwischen den Religionen haben wir schon tausende von Jahren und sind im Prinzip noch so weit wie am Anfang. Aktuell wird (Stichwort Mohammed Karikaturen) in unsern Gewässern der "Kampf der Religionen" hochgepushed, doch in meinen Augen beschränkt sich das schon nichtmehr nur auf die Religionen, sondern auf den gesammten Kulturkreis. Jeder von euch wird mir zustimmen, dass das Miteinander immer mehr Früchte trägt als das Gegeneinander, dennoch ist da irgendwo der Wurm drin. Zudem wird in dieser Oper ja der Kopf von "allen" Göttern der verschiedenen Religionen gezeigt. Nichtmal mit viel Phantasie könnt ich das so hindrehen das mich das stören würde.

So ich mach hier mal Schluss ... Freu mich auf eure Meinungen zu diesem Thema. Vielleicht habt ihr ja auch ne Idee in welche Richtung sich das ganze entwickeln müsste damit niemandem durch die Inszinierung einer Mozart Oper auf den Schlipps getreten wird.

Sonnige Grüße
Tatti
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Sadlion
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BeitragVerfasst am: 26.09.2006 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,

von mir nur ein ganz kurzes Statement dazu.

Dieser ganze Extremismus geht mir rechtschaffen auf den Zünder! Und die Angst davor ist berechtigt. Weil es ist nicht die jeweilige Religion, vor der man sich in Acht nehmen sollte, sondern die, die die sie für ihre extremistischen Aggressionsatacken missbrauchen.

Ein wirklicher Konfessionsanhänger, sei er nun Christ, Jude, Moslem oder Buddhist, wird kaum in seinen heiligen Schriften ein Kapitel über Extremismus finden. Wenn doch, sollte ich mich sehr irren.

Solange Konfessionsanhänger ihren Glauben dazu missbrauchen, um Gewalttaten zu vollbringen, machen sie ihren eigenen Glauben unglaubhaft. Intelligente Menschen ... für die wir uns ja halten ... haben Köpfe und Argumente. Reptilien töten ohne nachzudenken. Offenbar befindt sich unsere Spezies in einer fatalen Zwischenstufe der Evolution. Wir denken nach und töten trotzdem ... und zwar wesentlich grausamer und brutaler als es jedes Reptil je könnte und, was das schlimmste ist ... bewusst!!!

Den Homo Sapiens kann man getrost als schöne Utopie in die Archive heften, denn vernunftbegabt ist der Mensch beileibe nicht! Er hat es lediglich gelernt, seine Urtriebe halbwegs unter Kontrolle zu halten, aber wehe wir verbrennen uns mal den Finger oder stoßen uns den Kopf ... da kommt sofort das Reptil durch und wir benehmen uns von einer Sekunde auf die andere recht "ursprünglich".

Menschen sind planende und nachdenkende Rauptiere, die ihre Triebe weitgehend unter Kontolle haben. Aber sie haben sie!!! Und Menschen sind leicht manipulierbar, sehr leicht manipulierbar und ... "richtig" manipuliert, zum Äußersten bereit ... bis hin zur Selbstaufgabe.

Und was passiert, wenn ein fanatischer Mob mal in Fahrt ist, das zeigt sich alle Nase lang in den Nachrichten. Selbst die kleinste Äußerung wird zum Anlass genommen, sich maßlos darüber zu echouvieren und mit Anschlägen und Gewalt zu drohen.

Da wir das nun wissen, gibt es zwei Möglichkeiten. Wir fordern einen Konflikt heraus, oder wir suchen das Gespräch.

Ich kenne die Szene aus der Mozart-Oper Idomeneo nicht und deshalb weiß ich nicht in welchem Zusammenhang der Titelheld die abgeschlagenen Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und Mohammed aus einem blutigen Beutel zieht.

Wenn es darum geht, den Tod dieser Götter (wobei Jesus ja nur der Sohn vom Chef war) Wink anzuprangern ... ist es vielleicht noch ok.

Meine Frage & Meinung: Warum muss man das überhaupt so grausam inszenieren? Gibt es den nur noch diese Ekelinszenierungen al la Schlingensief, wo kotzende, blutende oder pissende Menschen minutenlang über die Bühne rennen und sich anschreihen?

Wie viel Reizüberflutung brauch denn dieses intelligenteste aller Replilien noch, um zu merken, dass es lebt?

In Anbetracht der Tatsache, dass es sogar Menschen gibt, die die Schlachtung von Tieren zum Zwecke des eigenen Verzehrs ablehnen, finde ich die Darstellung geköpfter Menschen nicht gerade einen respektvollen Umgang mit dieser Spezies, um nicht zu sagen total daneben. Und eine Darstellung bestimmter Führungspersöhnlichkeiten in dieser Art und Weise ruft zwangsläufig immer den Widerstand und Protest der geführten auf den Plan. Und da wir ja Menschen sind, geschieht das meist auf gewaltsame Art und Weise.

Deshalb würde ich jedoch nicht das ganze Stück absetzen ... völliger Blödsinn ... sondern diese Szene einfach anders lösen. Denn wie sagt ein altes aber weises Sprichwort?

Man muss nicht Öl ins Feuer gießen.

So ... is doch 'n bissel länger geworden. Wink

Liebe Grüße Smile

Sadlion
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tatwanasi
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BeitragVerfasst am: 26.09.2006 13:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallöle

sadlion hat Folgendes geschrieben:
Meine Frahge & Meinung: Warum muss man das überhaupt so grausam inszenieren?


Berechtigte und sehr gute Frage. Vermute mal da das Stück schon seit 250 Jahren über die Bühnen dieser Welt hoppelt ist es nichtmehr spektakulär genug. Wenn wir jeden Tag industriell dafür sorgen totes Tier auf dem Teller zu haben, wie Sadlion es ja angesprochen hat, dann ist es unterbewusst vielleicht so das wir schwerer zu schockieren sind.

Alternativ kann man natürlich auch den zuviel produzierten Ketchup als Grund sehen Razz Ne Spaß beiseite die plastischen Möglichkeiten reichen natürlich immer weiter, so das mehr Realismus erzeugt werden kann. Ich denke auch das viele Opernbesucher diesen Realismus gerne haben im Vergleich zu einem sonst angestaubten Theater-Image.
Ich schweife schonwieder vom Thema ab.


sadlion hat Folgendes geschrieben:
Man muss nicht Öl ins Feuer gießen.

Dem Stimme ich definitiv zu und wie in meinem oberen Post schon erwähnt vermute ich mal das alle anderen MFPler gleich denken. Die Frage ist ob diese Szene wirklich anders gelöst werden sollte um diesem Konflikt aus dem Weg zu gehen, oder ob nicht Aufklärung und Suche nach dem Gespräch besser wären. Klingt sicherlich daneben, aber ich denke das man grade mit der Aufführung des Stückes eine Art Brücke bauen könnte - ähnlich wie der Regisseur das gesagt hat - als eine Grundlage darüber zu diskutieren.

Zwischenmenschlichen respektvollen Umgang finde ich auch sehr wichtig und ist für mich Grundlage jedweder gesellschaftlicher Strukturen, aber wir reden hier von Kunst und Kultur, sowas muss und darf auch garnicht von jedem ernst genommen werden! Wunderbares Beispiel: letztens wurde auch eine neue Doku ausgestrahlt im Fernsehen über Witze im dritten Reich. (Heil Hitler, das Schwein ist tot). Da haben auch viele Leute geschrieen und haben das Projekt hinterfragt wie man denn bitte Witze in Zusammenhang mit dieser tragödie bringen kann. In meinen Augen ist dies allerdings nichts anderes als eine weitere Verarbeitungsmöglichkeit des geschehenen.

Damit wieder der Bogen zur Musik da ist noch kurz ein Wort zu Mozart. Da er nicht mehr lebt und wir seine Beweggründe zum erschaffen dieses Werkes niemals vollständig kennen werden, können wir uns auch nicht herausnehmen wissen zu wollen was er damit aussagen wollte. Ich sehe es wenn dann als Unterhaltung die zum Nachdenken anregt. Aber auch nur weil ich WILL das es mich zum Nachdenken anregt. Es steht ja jedem frei.

Felix im ICQ hat Folgendes geschrieben:
Religionsfanatiker sind jetzt nicht soooo sinnvoll

Very Happy So long. Freu mich auf mehr Antworten =)
Greez
Tatti
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Gun_Dalf
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BeitragVerfasst am: 26.09.2006 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Ich werde jetzt mal darauf verzichten meine Kritik an der Gewalt im allgemeinen hier auszudrücken.
Sadlion hat dazu ja schon das wichtigste geschrieben.
Ich würde nur ganz kurz sagen wollen, dass Gewalt, die in der Kunst oder wo auch immer dargestellt wird nicht unbedingt so furchtbar ist, so lange man zwischen dem was dargestellt wird und der Realität unterscheiden kann.
Und ich gehe einfach mal davon aus, dass intelligente Menschen das können.

Nun zu der Szene.
Wenn es so ist wie Tatti beschrieben hat, dass die Köpfe von allen Göttern dort dargestellt werden würde ich auch nichts weiter daran auszusetzten haben.

Im allgemeinen würde ich aber sowieso denken, dass man Kunst nicht verbieten sollte aufgrund irgendwelche Leute, die eventuell etwas dagegen haben könnten.

Immerhin wird die Kunst ja vom Künstler genutzt um etwas auszudrücken.
Und so lange es nicht Menschenverachtend oder Verfassungswiedrig ist, bleibt es meiner Meinung auch im Toleranzbereich der meisten Menschen.
Man muss es ja nicht gut finden aber dann sollte man es sich eben einfach nicht angucken.
Man sollte aber so viel Toleranz zeigen, dass man es den Menschen gönnt, die es gut finden.

Man kann ja auch nicht plötzlich jedes Punkkonzert absagen, weil man befürchtet, dass Rechtsorientierte etwas dagegen haben und die Halle stürmen könnten.

Es ist leider traurig, dass man heutzutage überhaupt in Erwegung ziehen muss solche Dinge zu verbieten oder nicht mehr aufzuführen.
Aber ich finde, dass es diese Extremisten einfach nicht verdient haben, dass man zum Leidwesen anderer Rücksicht auf sie nimmt.

Das war meine Meinung dazu, schöne Grüße wünscht der Gun_DAlf
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Das Leben ist ein Karneval.
Es ist leichter singend zu sein.
Ohohoooooo.......

Was hört ihr so?
http://www.lastfm.de/user/Flad_NuG

Damit ihr auch allet wisst XD
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FU-Fighter
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BeitragVerfasst am: 26.09.2006 15:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hello,

it's FuFi-Time


also, obwohl das hier ein sehr ernster Thread ist, geb ich trotzdem mal meine Meinung ab und ich werde auf sinnlose Kommentare verzichten...


Gut, ich bin erstmal erstaunt darüber, dass innerhalb von drei Stunden schon fast ein halbes Buch zusammen gekommen ist, das zeugt von einem sehr guten Thema.


Diese ganze Islamproblematik ist im Moment ja wahrlich nicht zu verdrängen, es gibt wohl kein Medium, das nicht wenigstens einmal am Tag das Wort Islam im Zusammenhang mit Konflikt oder Anschlag verwendet.
Ich hatte da letzte Woche in der Schule eine ziemlich interessante Gruppenarbeit mit anschließendem Sikussions-Rollenspiel über die Situation im Südlibanon. Wir haben drei Stunden komplett gegeneinander argumentiert und sind zu keinem Schluss gekommen, nur zum "Ursprung" der Herausforderung, der Religion.

Aber die einzelnen Religionen zu verstehen ist meiner Meinung nach unmöglich, da sich jede Religion in so viele Unterreligionen mit anderen Ansichten teilt, dass z.b. das Christentum nur noch ein Oberbegriif ist für einzelne Unterreligionen, hier zum Beispiel die Katholiken oder Evangelisten.

Da liegt es nahe, dass sich dann irgendwann eine radikale Fraktion bildet, die zwar nach religiösen Vorstellungen lebt, diese dann aber nur noch als Vorwand für terroristische Akte nutzt, keinsfalls aber mehr als Grund...
Eine kleine Anerkung noch:Ich gehe nicht weiter auf die Verhaltensmuster des Menschen im Bezug auf Gewalt ein, da Rayco bereits alles vortrefflich beschrieb.

Ich möchte hier jetzt aber auch kein Referat über den Islam in unserem Alltag schreiben, jedoch empfand dieses Vorwort als wichtig, um euch meinen Standpunkt etwas näher zu bringen und komme nun zum eigentlichen Thema.


Wie soll ich anfangen, also, die Oper von Mozart wurde vor 225 Jahren das erst Mal aufgeführt und hat seitdem vor sich hin existiert. Denn ich glaube nicht, dass auch nur ein Viertel aller Forum-Mitglieder vorher je was von der Oper gehört haben.

Wenn ihr mich fragt, was ich in diesem Fall für euch übernehme, dann hat die Absetzung für mehr Furore gesorgt, als die eigentliche Aufführung selber, denn ich habe vorher noch nie etwas von einem Moslem oder wem auch immer gehört, dass er etwas gegen diese Oper habe.

Und so werden jetzt die Islamisten sagen "Warten Moment, Deutsche haben gezeigt Stück, wo wird geköpft Heiliger Prophet Mohammed", gut, es bringt jetzt nichts mehr, das Opernhaus in die Luft zu jagen und Mozart ist auch schon lange tot, aber wer weiß wenn sich diese Meldung bis in den Nahen Osten rumspricht, unsere Marine...............

Aber das sind natürlich reine Spekulationen meinerseits, aber wo ihr mir sicher zustimmen werdet ist, dass dieser Presserummel wahrscheinlich mehr schadet, als die Absetzung selber.
Hätte man einfach den Epilog umgeschrieben, gäbe es weder einen Rummel noch Zirkus, sondern einfach nur weiterhin das übliche Religionskarussel mit seinen ganzen verschiedenen Konfessionswagen.

Und ich denke auch, dass Mozart sich mit einem ungeköpften Mohammed zufrieden geben könnte...


In diesem Sinne,

Grüße, frei von allen Vorurteilen


euer FuFi
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juli
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Anmeldungsdatum: 17.09.2006
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BeitragVerfasst am: 26.09.2006 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo an euch,
ich bin zwar noch nicht lange dabei, aber ich find das ist ein sehr interessantes Thema!

Ich muss FuFi recht geben, in letzter Zeit hört man echt nur noch im Zusammenhang mit dem Islam Worte wie Anschläge oder Geiselnahmen. Wenn ich an den Islam denke leuchtet bei mir gleich da Wort Terror in meinem Kopf auf.
Ich finde es ziemlich mies. Wieso muss man denn andere Menschen umbringen, weil man denkt: "Allah ist der bessere Gott!" (das war jetzt nur so ein Beispiel). Wieso lässt man die anderen dann nicht einfach in Ruhe, sondern muss versuchen seine Religion durchzusetzen?
Wenn es nicht andauernd Kriege geben würde, wäre das Leben von vielen Menschen leichter!

Ich finde auch, dass man nicht wegen einer Oper, na wie soll ich sagen..., so viel Trubel (ist vlt. nicht das richtigeWort) machen. Also damit meine ich nicht, dass die Aufregung nicht wichtig ist, aber man muss sich die Oper ja halt nicht ansehen, wenn man das Thema nicht leiden kann!

Ich werd jetzt noch ein bisschen darüber nachdenken, und wünsch euch noch einen schonen Abend und noch eine schöne Woche!

eure juli
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Stabacs
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BeitragVerfasst am: 27.09.2006 09:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Leute,

das bedenkliche an dieser Oper ist garnicht, in welchem Zusammenhang der Mohammed da geköpft wurde, sondern dass er geköpft wurde.

Derzeit scheint, wenn man den Medien glauben darf, eine generelle Ablehnungs- bis Hasshaltung gegenüber allem nicht-islamischen bei den Islamisten zu herrschen. Aus dieser Haltung heraus gehen diese Menschen auf die Straße und verbrennen Dänemarkflaggen, drohen dem Papst oder sprengen evtl. auch mal eine Oper, ohne auch nur annähernd zu wissen, worum es in den Karikaturen/der Papstrede/der Oper ging.

Es ist vollkommen egal, was genau der "Christ"/"Ungläubige" gesagt oder getan hat, solange es gegen Mohammed bzw. dem Islam geht, wird protestiert.

Deshalb kann ich sehr gut nachvollziehen, warum die Opernleitung das Stück abgesetzt hat.

Natürlich kann man ja sagen: Das Stück kannte doch eh niemand.

Dazu sag ich nur: Die dänischen Karikaturen hab ich bis heute nicht gesehen und die Proteste dagegen begannen ganze 5 Monate nachdem die Zeitung gedruckt und veröffentlicht wurde.

(Ich frag mich ja immer noch, woher die ganzen Dänemarkfahnen kamen... Wink )

Natürlich kann man eine solche Oper als Brücke ansehen, die eine Diskussion mit Islamisten zustande bringen kann.
Nur wollen denn die Islamisten überhaupt diskutieren?

Ich fürchte, dass durch entsprechende Propaganda, die in einigen Regionen der Erde schon seit Jahrzehnten stattfindet, bereits eine sehr hohe Gewaltbereitschaft gegenüber den nicht-islamistischen Industrie- und Dienstleistungsnationen entstanden ist.

Es ist sehr schwierig, einen Dialog aufzubauen, wenn die andere Seite nur mit einem Ohr zuhört. Und ein solcher Dialog ist nur sinnvoll, wenn man auch bereit ist, die (wirklichen) Gründe für die Konflikte abzubauen, und gleichzeitig Kooperation aufzubauen.
Wie bereits erwähnt: es geht ums miteinander, nicht ums gegeneinander.

Das Absetzen der Oper hat zwar eine Provokation vermieden, aber die Herausforderung ist immer noch die: Wie kriegt man die extremistischen Islamisten dazu, weniger Hasserfüllt und Gewaltbereit über den Westen zu denken.

Der Ansatz der Chinesen dazu ist zum Beispiel das Konsequente "Nicht-Einmischen" (ganz im Gegensatz zu dem der Amerikaner) und zeigt mir mal bitte einen Moslem oder Islamisten, der was gegen die Chinesen bzw, deren Kultur hat.
"Einmischung bedeutet Konflikt" (René Egli - "Das Lola-Prinzip)

Ein weiterer Sinnvoller Schritt könnte dann das Ignorieren weiterer Provokationen auf Seiten der extremistischen Islamisten sein.

Dann gehen ihnen ziemlich schnell die Gründe für ihren "heiligen Krieg" aus.

Soviel erstmal von meiner Seite aus,
bis dann, Stabacs
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Sadlion
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BeitragVerfasst am: 27.09.2006 11:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,

zunächst mal freue ich mich über die rege Beteiligung an dieser Diskussion. Smile

Bei aller Kontroverse sollten wir uns jedoch davor hüten, zu pauschalisieren.

stabacs hat Folgendes geschrieben:
Nur wollen denn die Islamisten überhaupt diskutieren?


Es sind nicht "die" Islamisten, "die" Moslems, "die" Christen, sondern der Mob, der vorgibt einer Glaubensrichtung anzugehören und sich durch seine gewaltbereite Verhaltensweise eindeutig gegen sie bekennt!!! Dabei ist es meiner Ansicht nach egal wie fundamental sich jemand zu einem Glauben bekennt.

Exclamation Im Gegenteil - Je fundamentaler mein Glauben ist, desto mehr sollte ich nach seinen Regeln leben.

Jeder "gläubige" der Gewalt ausübt sollte daher darüber nachdenken, was er seiner Konfession, seinem Gott, damit antut.

Islamisten töten nicht, Moslems töten nicht, Christen töten nicht ....... Menschen töten nicht!!!!

Liebe Grüße mit menschlichen Zügen

Sadlion Smile
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BeitragVerfasst am: 27.09.2006 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hi, ich nochmal.

Ich möchte natürlich nicht pauschalisieren.
Nur sollte man an dieser Stelle dran denken, dass Moslem und Islamist bei weitem nicht das selbe sind.
Ein Moslem ist ein angehöriger des Islams.
Ein Islamist ist ein islamischen Fundamentalist.

Fundamentalisten sind Menschen, die sich auf die Grundfesten einer Ideologie berufen.
Im Fall von Islamisten meint man Moslems, die sich gegen die Trennung von Staat und Religion in Islamischen Staaten einsetzen. Sie wollen die Einbindung von islamischen Regelungen in das Recht und eine radikale Auslegung des Korans.
Und sie sehen als Ursache für Schwierigkeiten in islamischen Staaten (z.B. soziale Ungerechtigkeit, Korruption) die "Verwestlichung" an.

Und genau deshalb sind sie teilweise nicht sehr diskussionsbereit.

Bis dann, Stabacs
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Sadlion
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BeitragVerfasst am: 27.09.2006 13:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,

stabacs hat Folgendes geschrieben:
Im Fall von Islamisten meint man Moslems, die sich gegen die Trennung von Staat und Religion in Islamischen Staaten einsetzen. Sie wollen die Einbindung von islamischen Regelungen in das Recht und eine radikale Auslegung des Korans.


Nach meiner festen Überzeugung und gewachsenen logischen Weltsicht hat auch die radikalste Auslegung einer Sache nicht gezwungenermaßen etwas mit Gewalt zu tun. Gewalt ist ein Zeichen für ein Mangel an Argumenten in Verbindung mit einer grundlegend primitiven Geisteshaltung. Doppelt peinlich! Denn nur ein Mangel an Argumenten wäre ja nur ein Armutszeugnis fachlicher Natur, mit dem man sich nicht gleich als völliger "Edelprimate" outet.
In diesem Zusammenhang fällt mir ein Ausspruch von Terry Pratchett (Autor der Scheibenwelt-Romane) ein, der da sinngemäß sagte:"Was den Menschen vom Tier trennt ist einzig und allein die Fähigkeit, Fantasie zu haben. Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, sind wir doch nichts anderes, als Geschichten erzählende Orang Utans - vom vernunftbegabten Wesen Lichtjahre entfernt."

Letzterem möchte ich widersprechen. Menschen sind weißgott nicht vernünftig ... aber sie haben immerhin die Begabung dazu! Das ist unsere Chance, denn wir wissen ja: "20% sind Begabung, 80% eiserne Wille, Fleiß und Disziplin!"

Und ich glaube daran, dass die Menschheit eines Tages ihre Begabung erkennt, wenn man sie nur immer und immer und immer wieder liebevoll daran erinnert, wie begabt sie ist.

Und so lange werde ich meinen Job tun und Steine ins Wasser werfen, um das Meer zu verändern.

Liebe Grüße Smile

Sadlion
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FU-Fighter
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BeitragVerfasst am: 27.09.2006 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ein weiteres Hallo von mir (dem FuFi, nur falls ihr es vergessen haben solltet Wink )

Eine sehr heftige Diskussion, die hier zwischen dem Boss und dem Bassisten hier ausgebrochen ist...

Die Referate von Sadlion und Stabacs auszuwerten, hat wohl kaum einen Sinn, das haben die beiden ja selbst übernommen Very Happy.


Anfangen möchte ich mit einem Satz, den ich seit gestern Abend bezüglich meines ersten Artikels gewissenhaft sagen kann:

Ich hatte Recht!!!!!

Klingt zwar komisch, ist aber so, denn ich war heute so ziemlich den ganzen Tag zu Hause und hab festgestellt, dass sich jeder ernnenswerte Politiker bereits zu diesem Thema geäußert hat und ein weiteres Beispiel ist dieser Thread, ich verwette meine wunderschöne Akustikklampfe darauf, dass er nie entstanden wäre, wenn man einfach das Ende von Idomeneo geändert hätte.

Jetzt würde ich mich nicht wundern, wenn demnächst brennende Mozartköpfe die nicht mehr vorhandene Skyline von Beirut schmücken und plötzlich Flugzeuge in der Mozartkugelfabrik landen...
So, Spaß beiseite.

Ich glaube, dass dieser Thread seinen Zweck mehr als erfüllt hat und so stehen bleiben sollte.

Warum?

Ganz einfach, meiner Meinung wurde alles gesagt, was im Zusammenhang mit der Oper steht und darum gehts ja schließlich in diesem Thread.
Ich hab natürlich nichts dagegen, wenn hier weiter über die Vernunft des Menschen oder die Gesprächsbereitschaft von Islamisten diskutiert wird, doch werden weitere Feststellungen und Schlüsse alle ziemlich auf dasselbe hinauslaufen.

Das ist aber keine Kritik, ehrlich nicht!

Ganz im Gegenteil, wir, bzw. Rayco, haben den Menschen, speziell den Islamisten sehr gründlich durchleuchtet und uns mit vielen Aspekten des Konfliktes beschäftigt und jeder hat interessante neue Dinge eingebracht.

Aber es läuft immer mehr auf Mutmaßungen hinaus, auf sehr dünnes Eis...


So, ich hab genug erzählt, meine Meinung kennt ihr jetzt zur Genüge und ich bin immer offen für Kritik, hoffe aber auch, dass ihr mir diesen Artikel hier nicht böse nehmt, so denk ich nunmal.

Aber ich bin bereit zu diskuttieren und auch zu denken. Und werde auch nichts in die Luft jagen, ehrlich nicht.

Beste Grüße,


euer FuFi
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tatwanasi
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BeitragVerfasst am: 29.09.2006 16:43    Titel: Antworten mit Zitat

Na Hallöle!

Freut mich ja das dieses Thema auf so fruchtbaren Boden fällt =)

Lord FuFi hat Folgendes geschrieben:
...aber wer weiß wenn sich diese Meldung bis in den Nahen Osten rumspricht, unsere Marine...............

also "meine" Marine ist es auf jeden Fall nicht, in meinen Augen ist jeder Cent der in die Bundeswehr investiert wird ungerechtfertigt, aber das ist ja ein gaaanz anderes Thema ^^

Ich habe natürlich ein wenig weiter geforscht in den undendlichen Tiefen der uns zur Verfügung stehenden Informationen. Somit ist es laut dem Koran untersagt Mohammed als menschliche Gestalt darzustellen. Es darf sich sozusagen niemand erdreißten ihm ein Gesicht zu verpassen (wie z.B. bei Jesus oder auch Che, die wir ja alle schon vom bloßen Umriss her erkennen können) Fakt ist also, das weniger die Aufführung an sich provozierend ist, sondern die bildhafte Darstellung des Propheten.
Genau aus diesem Grund waren die Karikaturen auch so umstritten. Es ging dabei nicht um den Inhalt, Posen oder Aussage der Karikaturen, sondern einzig darum das die "westliche Welt" so intolerant und arrogant war Mohammed ein Gesicht zu geben. Auszug aus dem Koran: "Die Menschen können über Gott nur wissen, was er ihnen selbst in seiner Gnade offenbart hat." - da die westliche Welt in ihren Augen ja ungläubig ist, können somit auch keine Informationen über den Gott vorhanden sein. Das erklärt dann auch warum es Massenhafte Proteste - von allen Gläubigen - gab. Ich wäre wie Stabacs auch seeeehr vorsichtig Extremisten und Gläubige unter einen Hut zu stecken!!!

Nach einer weiteren Diskussion mit einem Ex-Mitschüler und jetzt Politikwissenschaftsstudenten, habe ich auch ein neues Wort kennengelernt, das einige der bisher genannten weltweiten Herausforderungen erklärt. Er lautet Ethnozentrismus (Wikipedia-Link)
Hinter diesem erstmal unscheinbaren Wort steckt, dass jede Person und jedes Volk, alle anderen Kulturen und Völker an den eigenen Maßstäben und sozialen Normen misst. Somit ist jede Betrachtung einer anderen Kultur immer ethnozentrisch. Aufgrund dieser Betrachtungsweise folgt jedoch auch, das wir unsere eigenen Kultur immer überhöht darstellen und die Entwicklung der anderen Verniedlichen (bestes Beispiel - Fussball WM). Dieses sei hier jedoch nur kurz angerissen, jedem der das interessant findet würde ich raten sich weiter zu informieren. Auch genau wegen diesen Aspekten kann z.B. auch Rassismus und Nationalismus nicht endgültig aus der Welt geschafft werden.

Die Entwicklung geht auch in die Richtung das die "westliche Ideologie" auf immer mehr Abneigung bei der muslimischen Weltbevölkerung trifft. Wenn wir auch grad dabei sind, nenn ich einfach mal ein paar Zahlen, damit man sich das mal vor Augen führen kann. Das Christentum hat ca. 2 Mrd. Anhänger und der Islam kommt auf 1,2 Mrd. Anhänger. Somit ist wohl klar das es sich beim Islam nicht um ein paar wenige Spinner handelt, sondern das es wirklich im Interesse der gesammten Welt ist dort eine Lösung zu finden. Man kann sich aber auch dessen bewusst sein, dass die Personen die sich in die Luft sprengen eine absolut verschwindend kleine Minderheit sind.

Berliner Zeitung hat Folgendes geschrieben:
Es ist gerade der zivilgesellschaftliche Konsens, der Fanatiker erzürnt. Terroristen hassen das einvernehmliche Zusammenleben liberaler Muslime mit Nicht-Muslimen unter freiheitlichen Bedingungen.

Interessanter Aspekt, war mir so nicht bewusst. Das Wesen des Terrorismus liegt jedoch hauptsächlich in seiner Unberechenbarkeit. Doch scheint mir die Absetzung der Oper eine Art der Berechnung zu sein.

Nach all diesen Informationen hat sich meine Meinung schon ein wenig geändert. Natürlich sehe ich die induviduelle persönlich und künstlerische Freiheit als Unantastbar. Jedoch in diesem Fall sollte man die Abbildung Mohammeds wirklich nochmals überdenken. Ich sehe in der Abbildung nichts falsches, in Anbetracht des Konfliktes, wäre eine Fortführung aber auf jeden Fall eine verschlimmerung der Situation. Ich wäre also auch zunächst für eine Aussetzung der Vorstellungen, bis man Bedingungen geschaffen hat, die allen angenehm sind und unter denen die Mozart Oper aufgeführt werden kann.

/edit:
achja noch was. Ich bin auch fest davon überzeugt, das die Absetzung der Oper für mehr Schlagzeilen gesorgt hat als die eigendliche Aufführung. Also hätte man sich auch gleich weiter laufen lassen können und niemanden hätte es interessiert Razz

Lieben Gruß
Tatti
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FU-Fighter
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BeitragVerfasst am: 29.09.2006 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leute

hier der FuFi (Anm.d.Verf.: Mit diesem Artikel ist er wichtig, aber bitte nicht drauf ansprechen!)


Tatti hat mit seinen jüngsten Nachforschungen meinen kompletten letzten Artikel außer Kraft gesetzt, aber völlig zurecht Very Happy .


Die Sache ist jetzt vielleicht wirklich noch einmal zu überdenken, denn die Dinge, die Tatti rausfand, sind einer Erwähnung völlig berechtigt (sorry für den Satzbau Embarassed ).

Ich wüsste nur zu gern, ob die Islamisten ihren Gott Allah darstellen dürften, das würde mich nur zu gern interessieren. Leider kenn ich mich überhaupt nicht mit dem Koran und dem Leben nach ihm aus, denn mal angenommen, die Islamisten würden zu Allah oder Mohammed beten, zu wem würden sie dann beten, zu einem gestaltlosen.
Soll ein Gott nicht perfekt sein und dann trotzdem ohne Gestalt...

Aber jetzt beginn ich genau mit dem, was ich mit meinem letzten Artikel unterbinden wollte, unwissende Interpretation.
Aber dennoch fänd ichs interessant zu wissen, zu wem genau die Anhänger des Islam beten, da werd ich mich einfach mal schlau machen.

Als weiteren interessanten Punkt aus Tattis Artikel würd ich den Absatz über den Ethnozentrismus nehmen, das Wort passt hier nämlich perfekt in den Thread.
Meiner Meinung nach ist Ethnozentrismus ein sehr mächtiges Wort, dass dennoch nur sehr wenige Leute kennen, obwohl es in jedem drin ist und selbst früher schon war.
Als Beispiel könnte man die Christianisierungen zu Zeiten des Röm. Reiches setzen, waren nicht die Herren von Rom davon überzeugt, die bessere Religion auszuüben und wurde nicht ein Großteil von Europa gezwungen, sich zum Christentum zu bekehren oder zu sterben. Den Anfang bildeten doch auch hier garantiert Urteile oder Meinungen über die anderen Völker...

Aber das reicht denke ich an Beispielen, die wie ich grad feststelle, gar nicht so viel mit dem zu tun haben, worauf ich hinaus wollte
Rolling Eyes .

Ich farge mich nämlich grad, ob beispielsweis die Dänen von dem Gesetz im Koran wussten oder, wenn sie es gewusst hätten, ob sie die Karikaturen überhaupt veröffentlicht hätten. Denn irgendwie kann ich mit nicht vorstellen, dass die die Dänen oder zumindest die Zeitung darauf aus waren, sich mit der gesamten islamistischen Welt anzulegen...
Vielleicht haben sie Mohammed von ihrem Standpunkt aus als nicht so heilig betrachtet, wie er es laut dem Koran nunmal ist...

Aber ich falle schon wieder in meinen Interpretationswahn zurück und merke, dass ich auf meinen letzten Artikel wirklich hätte verzichten sollen Neutral .

Auf ein Fazit werd ich verzichten, denn meine Meinung hat sich dahingehend nicht geändert, dass man die Oper entweder hätte lassen sollen oder maximal den Epilog umschreiben sollen.

Urteilungsfreie Grüße


euer FuFi
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Stabacs
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BeitragVerfasst am: 01.10.2006 13:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Leute,

also soweit ich weiß, ist es im Koran nicht verboten Mohammed zu zeigen, sondern Allah.

Das ist nicht das selbe. Allah entspricht dem, was wir Gott nennen, und Mohammed ist wie Jesus und die anderen "nur" ein Prophet. Zwar für die Moslems der wichtigste, aber halt nicht Allah himself.

Tatsächlich wird Mohammed eher aus "Tradition" als aus "Religiösen Gründen" eher selten dargestellt. Tatsache ist aber, dass es auch schon seit jeher Darstellungen von Mohammed in den muslimischen Ländern gab.

Deshalb macht es auch eigentlich garkeinen Sinn, dass sich darüber jemand aufregt. Denn warum sollte man sich in Dänemark oder Deutschland nach islamischen Traditionen richten? Das wäre so, als würden wir von ihnen verlangen, an Weihnachten Geschenke zu schenken.
Denn das ist ja bei uns auch Tradition...
Aber natürlich war es nicht nett, ihn in den Karrikaturen einer kleinen lokalen Zeitung in Dänemark, die 5 Monate alt (zum Zeitpunkt der Proteste damals mein ich)sind und die bis heute kaum jemand wirklich mal gesehn hat, so lächerlich darzustellen.

Tatti hat schon recht, die Darstellung Mohammeds bringt zur Zeit nur Ärger mit sich.
Mir stellt sich gerad die Frage, ob die Islamisten protestiert hätten, wenn man in dieser Aufführung nur die Köpfe der anderen Religionen dargestellt hätte... und den Kopf von Mohammed "vergessen" hätte... Wink

Das mit dem Ethnozentrismus ist übrigens ein sehr guter Punkt. Ich denke, dass darin viele Konfliktursachen in unserer Gesellschaft zu finden sind.
Er verleitet dazu, dass sich Nationen in Angelegenheiten anderer Nationen einmischen müssen... was zwangsläufig immer Konflikte mit sich bringt.

@ FuFi: Die Moslems beten zu Allah, den dürfen sie nicht darstellen. Mohammed ist ein Prophet, genauso wie Moses, Jesus und einigen anderen. Im Islam ist Mohammed der wichtigste Prophet, aber auch Moses und Jesus finden (unter anderem Namen) ihre Erwähnung.
Mohammed hat bei den Moslems in etwa die gleiche Stellung wie bei den Christen Jesus und bei den Juden Moses.

Vermutlich berufen sich alle drei Weltreligionen auf die selben Propheten, wenn ich mich recht erinnere waren es 12. Sie unterscheiden sich vor allem dahingehend, dass sie ihren Gott anders nennen und einen anderen Propheten und andere Schriften in den Mittelpunkt stellen. Und es haben sich natürlich andere Traditionen und Kulturen daraus entwickelt...

In dem Zusammenhang macht es Sinn, sich mal mit "Nathan, der Weise" und der darin enthaltenen "Ringparabel" zu beschäftigen.

Also dann bis dann, Stabacs
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