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26.12.2006 - Sequenzer

 
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FU-Fighter
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Alter: 29
Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beiträge: 458
Wohnort: Königs Wusterhausen/Berlin

BeitragVerfasst am: 27.12.2006 19:09    Titel: 26.12.2006 - Sequenzer Antworten mit Zitat

Hallo zum 9.

natürlich vom FuFi,. wer sonst?


Also, was ist bitte ein Sequenzer?

Freu mich schon wieder,


euer FuFi
_________________
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Sadlion
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Alter: 59
Anmeldungsdatum: 06.10.2005
Beiträge: 1206
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 05.01.2007 16:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mein FuFi,

ein Sequenzer ist, vereinfacht ausgedrückt ein "elektronisches Tonbandgerät" und dient zur Aufnahme, Speicherung, Bearbeitung und Wiedergabe von Daten zur Erstellung von Musik. Dabei unterscheidet man generell zwischen eigenständigen, eigens dafür hergestellten, Geräten, sogenannte Hardware-Sequenzer und Programmen, die innerhalb eines Computers diese Aufgabe übernehmen, sogenannte Software-Sequenzer. Sequenzer können darauf angelegt sein, nur eine, aber auch beliebig viele Spuren aufzuzeichnen und anschließend gleichzeitig wiederzugeben.

History

Schon seit jeher suchten Menschen nach Möglichkeiten, ihre musikalischen Werke genau so fixieren und Schritt für Schritt bearbeiten zu können, wie es bildende Künstler, wie z.B. Maler oder Bildhauer, tun.

Als frühe Formen heutiger Sequenzer können z.B. das Pianola (auch elektrisches Klavier genannt) oder das Orchestrion angesehen werden.
Die Idee die dahinter stand war, im Gegensatz zur Tonaufnahme, dass ein oder mehrere Instrument/e dazu veranlasst werden, ein in einem maschinenlesbaren Code fixiertes Musikstück in Echtzeit wiederzugeben.

Dies wurde zunächst rein mechanisch durch Stiftwalzen bzw. gelochte Scheiben oder Kartonstreifen erreicht. Vom entsprechenden Instrument abgetastet, wurde der darauf enthaltenen Code in mechanische Impulse umwandelte, die dann die jeweiligen Tasten in Bewegung setzten, Saiten anschlugen oder Ventile öffneten, um Orgelpfeifen anzublasen.

MIDI kam ins Spiel

Im Zeitalter der Bits und Bytes suchte man natürlich auch im musikalischen Bereich nach Möglichkeiten der komfortablen Aufzeichnung, Editierbarkeit und Archivierung.
1981 von Dave Smith entwickelt und 1983 auf der NAMM-Show in den USA erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, trat MIDI (steht für Musical Instruments Digital Interface) als Zauberwort für die universelle Kommunikation zwischen elektronischen Musikinstrumenten den Siegeszug um die Welt an und brachte einen entscheidenden Wandel in der Sequenzertechnologie.

Fortan konnten alle MIDI-Instrumente miteinander vernetzt, Daten ausgetauscht, ihre Tastaturen zum Einspielen von Musiksequenzen genutzt und ihre Tongeneratoren zur Wiedergabe der gespeicherten Daten genutzt werden. Darüber hinaus konnten per Controller-Befehl Spielhilfen wie Sustainpedal (Haltepedal), Vibrato, Pitch Bender (Tonhöhenbeugung), Stereo-Panoramaposition etc. aufgezeichnet und gesteuert werden und per Programmwechsel-Befehl verschiedene Soundprogramme gezielt ausgewählt werden. Zu Anfang konnte man lediglich einen Sound gleichzeitig pro angeschlossenem Keyboard oder Soundmodul erzeugen. Mit der Entwicklung der sogenannten multitimbralen Keyboards bzw. Soundmodule änderte sich auch dies. Heute sind fast alle handelsüblichen Geräte dieser Art in der Lage, auf jedem MIDI-Kanal mindestens einen Sound und damit mindestens 16 Instrumentenklänge gleichzeitig wiederzugeben, wobei MIDI-Kanal 10 standardmäßig als Drumset-Kanal reserviert und jede Notennummer (siehe weiter unten) mit einem anderen Drumsound belegt ist. Alle anderen Kanäle können auf alle in dem Gerät zur Verfügung stehenden Klänge zugreifen, sodass z.B. auf Kanal-1 ein Piano, auf Kanal-2 Streicher, auf Kanal-3 Bass, auf Kanal-4 Bläser usw. liegen können. Natürlich kann der selbe Sound auch von mehreren Kanälen wiedergegeben werden, z.B. Bläser auf Kanal 4, 6, und 6 mit jeweils einem anderen Voicing (Stimmführung) oder einer anderen Panorama-Position.

Question Wie funktioniert ein MIDI Sequenzer nun prinzipiell?

Ein Sequenzer hat, wie ein Studio-Tonbandgerät, mehrere Spuren.
Im Gegensatz zu einem Tonbandgerät werden auf einem MIDI-Sequenzer aber keine Audiodaten aufgenommen, sondern lediglich Steuerbefehle. Und das funktioniert in etwa so:

Jeder Taste auf dem Keyboard ist eine sogenannte Notennummer zugewiesen und jede Taste fungiert quasi als Notenein und -ausschalter.
Wird die Taste gedrückt, werden drei Befehle gesendet: Der Midikanal, die Notennummer-## und der Befehl zum Note Einschalten (Note On-Befehl). Wird die Taste losgelassen werden drei weitere Befehle gesendet. Die Notennummer der Midi-Kanal und der Befehl zum Note Ausschalten (Note Off-Befehl).
Bei den meisten etwas höherwertigen Keyboards wird zusätzlich zu diesen Informationen noch ein weiterer Wert für die Anschlagsstärke (Velocity) gesendet.
Diese Daten werden nun, ähnlich wie Daten in einer Datenbank, im Sequenzer gespeichert und können nach Belieben kopiert, editiert (bearbeitet), wieder gespeichert, auf externe Datenträger ausgelagert, später wieder eingelesen und wiedergegeben werden.
Bei der Wiedergabe passiert nun nichts anderes, als dass der Sequenzer, wenn er abgefahren wird wie eine Bandmaschine, die gespeicherten Daten zurück an das Keyboard oder Soundmodul schickt, welches, dank MIDI, sofort erkennt: "Oh, Arbeit für mich!", die Daten, wie Programmwechselbefehl, Midi-Kanal, Note On, Note Off und Velocity auswertet und mit dem entsprechenden Sound wiedergibt. Da diese Daten gewissermaßen im "Textformat" gesendet werden, fallen dabei nur sehr geringe Datenmengen an.

General-MIDI (GM)

Dank MIDI-Standard werden die Daten natürlich nicht nur von dem gleichen Gerät verstanden, das sie ursprünglich gesendet hat. Nun gibt es jedoch verschiedene Instrumentenhersteller, von denen jeder, wie wir ja alle wissen, so sein eigenes Süppchen kocht.
Um zu gewährleisten, dass auf jedem Gerät zumindest ein Sound der gleichen Instrumentenkategorie wiedergegeben wird, führte man den GM-Standard (General-MIDI) ein. In Geräten, die ein entsprechendes Logo aufweisen, sind auf bestimmten Programmplätzen auch garantiert nur bestimmte Instrumente zu finden, sodass z.B. mit dem Programmwechselbefehl 49 garantiert auf einen Streicher-Sound umgeschaltet wird und die Streicher nicht plötzlich mit einem Klaviersound wiedergegeben werden. Auch die oben schon angesprochene Tastenbelegung mit Drumsounds innerhalb eines Drumsets auf MIDI-Kanal 10 folgt diesem Standard.

Mehrere Modi

Arrow Mit MIDI-Sequenzern kann man generell in verschiedenen Modi arbeiten.
Ursprünglich wendete man, sowohl im Hard, als auch in Software-Sequenzern, vorwiegend den Pattern-Modus (Pattern=Muster) an und orientierte sich dabei an der Arbeitsweise der bis dato gängigen Drum-Machines, quasi den unmittelbaren Vorläufern der Hardware-Sequenzer. Im Pattern-Modus werden zunächst einzelne musikalische Abschnitte, Pattern, eingespielt, die hinterher in einer Chain (Kette) zu einem Song miteinander verknüpft werden.

Arrow Wesentlich übersichtlicher und flexibler ist der Tape-Modus (Bandmaschinen-Modus). Hier fährt der Sequenzer kontinuierlich den kompletten Zeitbereich eines Musikstückes ab und man hat jederzeit den Überblick über das Geschehen im gesamten Song. Die zeitliche Orientierung bei modernen Sequenzern bietet eine sogenannte Time-Line, eine vertikale Linie, die stets die aktuelle Position im Song über alle Spuren anzeigt und sich am horizontalen Zeitlineal orientiert, welches meist an oberen Bildschirmrand zu sehen ist.

Der Bandmaschinen-Modus wird heute vorwiegend von Software-Sequenzern genutzt, während die Mehrheit der heute noch erhältlichen Hardware-Sequenzer weiterhin im Pattern-Modus arbeiten. Der Grund hierfür ist, dass Hardware-Sequenzer oft mit einem kleineren Display ausgestattet sind, das die Orientierung innerhalb des gesamten Songs im Bandmaschinen-Modus erschweren würde. Pattern sind hier, quasi als Musterpakete, besser zu handhaben.

Realtime und Step By Step

Beide, sowohl Pattern als auch Tape-Modus, können sowohl im Realtime- als auch im Step By Step - Aufnahmeverfahren betrieben werden. Während im Realtime-Verfahren die Spuren von einem oder mehreren Musiker/n gleichzeitig oder nacheinander in Echtzeit, d.h. während der laufenden Wiedergabe des Sequenzers, eingespielt werden, so wird im Step By Step-Verfahren Note für Note, Schritt für Schritt, bei stehendem Sequenzer eingegeben.

Synchronizer und Word Clock

So eindrucksvoll die Möglichkeiten der MIDI-Sequenzer auch waren - eines vermochten sie nicht. Sie konnten keine Audioinformationen aufnehmen. Zum einen war die Technologie zum digitalen Aufnehmen von Audioinformationen noch nicht so weit fortgeschritten, dass deren Erschwinglichkeit auch nur in die Nähe der kühnsten Produzententräume, selbst der von Megastudios, kam. Zum anderen wären die anfallende Daten jenseits der Speicherkapazität der damals verfügbaren Rechner und Datenträger gewesen.

Was her musste, war eine Möglichkeit zum Koppeln und Synchronisieren der konventionellen Audio-Aufnahmegeräte, nämlich der Bandmaschinen, mit den MIDI-Sequenzern. Dies wurde durch Syncronizer und mit unterschiedlichen Verfahren möglich. Synchronizer waren Geräte die entweder in die Bandmaschinen eingebaut wurden oder als externe Geräte verfügbar waren und mit dafür ausgestatteten Bandmaschinen über eine Sync Buchse verbunden wurden.

Ein "relativ simples" Verfahren war der Word Clock, bei dem ein vom Synchronizer generiertes Signal vor Beginn der eigentlichen Audio-Aufnahme auf eine separate Spur des Tonbandes aufgenommen wurde. Diese diente fortan als Sync-Track. Somit war jede Stelle des Bandes mit einer konkreten Zeitposition bespielt.
Wurde nun dieses Signal, was sich in etwa anhörte wie ein Fax-Signal, wieder in den Synchronizer ausgegeben, so wurde es dort in ein für den Sequenzer verständliches Time-Code Signal gewandelt und an diesen per MIDI weitergeleitet. Der Sequenzer, der dafür auf den "Slave" (Sklave)-Modus, gesetzt wurde "wartete" auf dieses vom "Master" kommende Signal, lief los, sobald die Bandmaschine gestartet wurde und synchronisierte sich nach einer kleinen Anlaufzeit mit ihr.

Professionelle Studio-Bandmaschinen waren sogar in der Lage, das vom Sequenzer kommende Synchronisations-Signal inkl. Song Pointer Position (SPP) zu "verstehen" und sich ihrerseits als "Slave" darauf zu synchronisieren.

Neben zahlreichen Synchronisationssignalen hat sich der Society of Motion Picture and Television Engineers (kurz SMPTE)-Timecode bis heute durchgesetzt.

MIDI & Harddisk-Recording Sequenzer

Dank der fortschreitenden Digitaltechnik und der immer effizienter, zuverlässiger und dabei trotz dem preisgünstiger werdenden Speichertechnologien wurde es Mitte der 90er Jahre möglich, auch Audiodaten in annehmbarer Qualität und zu einem erschwinglichen Preis digital abzubilden und zu speichern. Das Harddisk-Recording war geboren und mit ihm das Ende der analogen Bandmaschinenära eingeleitet. Fortan war es möglich, Audio und MIDI unter einem Dach miteinander zu vereinigen und innerhalb eines Sequenzerprogramms parallel, in friedlicher Eintracht und vor allem 100%ig synchron zueinander laufen zu lassen. Zudem brachte das digitale Handling der Audiosequenzen Vorteile mit sich, die bis dato technisch unmöglich waren. Zu nennen wäre hier z.B. der nondestruktive Schnitt, bei dem Sequenzen verschoben, verkürzt, zerschnitten und gelöscht werden können, ohne das dem eigentlichen Audiomaterial dabei ein Haar gekrümmt wird. Alles ist reversibel. Audiosequenzen können, wie MIDI-Sequenzen, per Mausklick kopiert werden und so z.B. ein einmal eingesungener Refrain oder ein immer wieder kehrender Rhythmuspart der Gitarre schnell und unkompliziert an verschiedene Stellen des Songs vervielfältigt werden. Weiterhin können viele verschiedene Versionen einer Aufnahme gesammelt und erst im Nachhinein die besten ausgewählt werden, ohne dass dafür zusätzliche Spuren benötigt werden.
Daneben ist es möglich, einer Audiospur nachträglich sämtliche Effekte hinzuzufügen, für die noch vor einigen Jahren jeweils ein eigenes Gerät hätte angeschafft werden müssen. Ganz zu schweigen von Spezialeffekten, wie z.B. dem Rückwärtslaufen einer Sequenz.
Je nach Rechnerkapazität stehen bis zu 128 Audiospuren inklusive der dazugehörigen Mixerkanäle zur Verfügung und das zu einem Preis, für den man vor nicht allzu langer Zeit noch nicht einmal eine 8-Spur Analog-Bandmaschine (ohne Mixer) bekommen hätte.
Plug Ins runden die Palette ab und ermöglichen es, zusätzlich zu den externen MIDI-Intrumenten auch Sequenzerinterne Instrumente wie Drum-Module, Synthesizer oder Sampler zu laden und anzusteuern. Dabei kann jedes Plug In mehrfach geladen werden. Vergleichbar wäre dies mit einem externen Klangerzeuger oder Effektgerät für ####,€ das nach Bedarf einfach und legal kopiert und ein zweites, drittes oder viertes Mal gleichzeitig verwendet werden kann.

Goldene Zeiten also, auch für Low Budget-Producer, Wink

Liebe sequenzielle Grüße Smile

Sadlion
_________________
Sicher kannst du die Uhr nicht zurückdrehen,
aber du kannst sie immer wieder neu aufziehen.
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Wenn jemand gegen Aluminium minimal immun ist, hat er eine Aluminiumminimalimmunität.
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